Anzugsdrehmoment Bremsscheibe hinten

Die Technik der S 1000 XR - S1000XR.

Anzugsdrehmoment Bremsscheibe hinten

Beitragvon Lachs » 27.02.2026, 19:45

Hallo,

Ich wollte eine neue hintere Scheibe installieren.
Hier sind die Drehmomente von 8nm angegeben.
Ist das auch bei der k69 der Fall?
PS von 165 sind ja identisch.
Weiß hier jemand was, der mich unterstützen könnte?
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Re: Anzugsdrehmoment Bremsscheibe hinten

Beitragvon HappyABG » 28.02.2026, 09:52

Zumindest bei der K67 sind's auch 8 Nm - sollte also passen. Wichtig ist halt die Schraubensicherung (Microverkapselung der Schrauben).
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Re: Anzugsdrehmoment Bremsscheibe hinten

Beitragvon Lachs » 28.02.2026, 16:55

Kaum vorstellbar… Nur 8 Nm. Das bei einer Bremsscheibe. Aber gut das du es auch so hast. Dankeschön
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Re: Anzugsdrehmoment Bremsscheibe hinten

Beitragvon HappyABG » 01.03.2026, 09:45

Lachs hat geschrieben:Kaum vorstellbar… Nur 8 Nm.

Ich war auch etwas verwundert, aber die Schrauben müssen axial ja nix halten (außer der Bremsscheibe in Position) und werden nur auf Scherung beansprucht. Außerdem ist das nur M6 (vorne übrigens M8) und die willst du nicht wirklich mit einem hohen Drehmoment anziehen ... ;)

Hier der Ausschnitt aus der RepROM:

bremsscheibe_hinten.jpg
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Re: Anzugsdrehmoment Bremsscheibe hinten

Beitragvon Lachs » 06.03.2026, 16:51

Hi, habe zur Sicherheit bei BMW angerufen und nachgefragt.
Sind 8nm und man sollte neue Schrauben wählen, die microverkapselt sind. Ähnlich wie mit loctide.
5 Stück haben 16 Euro gekostet, da schaue ich nicht. Ist eben Sicherheit.
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Re: Anzugsdrehmoment Bremsscheibe hinten

Beitragvon HappyABG » 06.03.2026, 18:21

Lachs hat geschrieben:man sollte neue Schrauben wählen, die microverkapselt sind

Hab ich oben ja geschrieben.
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Re: Anzugsdrehmoment Bremsscheibe hinten

Beitragvon Pappnase » 04.05.2026, 11:57

Ich war auch etwas verwundert, aber die Schrauben müssen axial ja nix halten (außer der Bremsscheibe in Position) und werden nur auf Scherung beansprucht.


Ich war auch verwundert, zumal ich im ersten Semester Maschinenbau - Fach „Maschinenelemente“ - gelernt habe, dass man Schrauben nie auf Scherung belasten soll/darf.
Aber wie wild ist das Ganze? Primärübersetzung 1,65, 1. Gang 2,65, Sekundär nochmal 2,65 ergibt: 11,58 gesamt, mal max 114 NM Motordrehmoment -> 1320 NM am Kettenrad. Lochkreis Kettenrad 130 mm = 65mm Radius. 1320 NM/0,065m = 20300 N.
Eine M12 mit 1,75 mm Steigung erzeugt trocken ca 3 000 N. Fünf Davon entsprechend 15.000 N. Reibpaarung Stahl- Aluminium „mü“ 0,15 ergibt (20300N x 0,15) lediglich rund 3000N - also deutlich zu wenig.
Es muss also Scherung sein. Das darf man eigentlich nur mit Passschrauben machen. Dann langt es aber - punkto Scherbelastung - recht locker.
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Re: Anzugsdrehmoment Bremsscheibe hinten

Beitragvon HappyABG » 05.05.2026, 05:51

Pappnase hat geschrieben:Aber wie wild ist das Ganze?

Ging's hier nicht um das Anzugsmoment der *Bremsscheiben*?? Was haben die mit der Drehmoment am HR vom Motor her zu tun?? Da geht's doch nur um die Verzögerung (in Verbindung mit der Masse von Mopped inkl. Fahrer). Oder hab ich in meinen paar Semestern Masch-Bau evtl. nicht aufgepaßt? :)

Das Kettenrad wiederum (für den Antrieb) ist "normal" festgeschraubt (d.h. auf Reibung) und da sollte keine Scherbelastung auftreten ;)

Das darf man eigentlich nur mit Passschrauben machen.

Nach meinem Verständnis dienen Paßschrauben dem *Zentrieren* (wie der Name schon sagt: "passen") und werden i.d.R. auch nicht auf Scherung belastet. Wenn's um Scherung geht spielt m.E. eigentlich nur die Materialfestigkeit eine Rolle. BMW gibt da z.B. für die VR-Bremse nur 8.8 an (immerhin 6x M8 pro Scheibe/Seite).
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Re: Anzugsdrehmoment Bremsscheibe hinten

Beitragvon Pappnase » 11.05.2026, 15:02

HappyABG hat geschrieben:
Pappnase hat geschrieben:Aber wie wild ist das Ganze?

Ging's hier nicht um das Anzugsmoment der *Bremsscheiben*?? Was haben die mit der Drehmoment am HR vom Motor her zu tun?? Da geht's doch nur um die Verzögerung (in Verbindung mit der Masse von Mopped inkl. Fahrer). Oder hab ich in meinen paar Semestern Masch-Bau evtl. nicht aufgepaßt? :)


Du hast natürlich vollkommen recht. Da hab ich was verbuchselt äh verwechselt (wie peinlich!). Sorry dafür!
Bei der Bremsscheibe müsste man IMHO mit der maximalen Umfangskraft (Fu) statt dem Motordrehmoment rechnen. Das wäre der Reibungskoeffizient µ mal die Normalkraft Fn sprich Fu = µ x Fn
Nehmen wir an 350 kg Fahrzeuggewicht M(F) mit Fahrer und 50%/50% statische Radlastverteilung. Dann sollten bei Beginn der Bremsung - also noch vor der dynamischen Radlastverteilung auf das Vorderrad - die Normalkraft Fn =M(f)/2*G = 350kg/2x9,81 m/s² =1717 N betragen.
Am Radumfang wirken dann bei einem angenommenen µ von 1,2 (Supersportreifen) 2060 N.
Radius Hinterrad ca. 0,3 m, Lochkreis Bremsscheibe 0,136m entsprechend 0,068m Radius. Verhältnis Radius Hinterrad zu Radius LK Bremsscheibe = 0,3/0,068 ~ 4,4. Zu übertragende Kraft an der Bremsscheibe entspricht 2060N*4,4 = 9064 N
Schrauben M8 x 1,25 trocken bei 8 NM ca. 5000N, fünf davon dann ca 25000 N. Reibpaarung Stahl auf Alu µ = 0,15.
25000N * 0,15 = 3750 N. Ist immer noch zu wenig ohne Scherung. Allerdings haben die Schrauben einen deutlichen Bund, können also aus meiner Sicht als eine Art Passschrauben betrachtet werden. Da geht es in erster Linie um die Lochleibung.

Falls da immer noch ein Bug drin ist, bitte ich gerne um Berichtigung.

Nach meinem Verständnis dienen Paßschrauben dem *Zentrieren* (wie der Name schon sagt: "passen") und werden i.d.R. auch nicht auf Scherung belastet. Wenn's um Scherung geht spielt m.E. eigentlich nur die Materialfestigkeit eine Rolle. BMW gibt da z.B. für die VR-Bremse nur 8.8 an (immerhin 6x M8 pro Scheibe/Seite).


Jetzt hattest Du mich kurz nochmal verunsichert. Aber: Nicht nur meines bescheidenen Wissens nach, sondern auch durch seriöse Quellen belegbar, die ich gerade im Netz gefunden habe (Maschinenelement Hochschule Anhalt - Stephan Voigt, M.Eng) (https://www.hs-anhalt.de/fileadmin/Dateien/FB6/personen/voigt_st/Lehrunterlagen/01_ME/04_Schraubenverbindungen_VDI_2230.pdf), darf man Passschrauben durchaus auf Scherung belasten.

Man könnte jetzt als Fleißaufgabe noch die zusätzliche benötigte Bremskraft wegen des Massenträgheitsmoments berechnen, aber dazu bin ich jetzt zu faul. :D
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Re: Anzugsdrehmoment Bremsscheibe hinten

Beitragvon HappyABG » 11.05.2026, 15:49

Pappnase hat geschrieben:Falls da immer noch ein Bug drin ist, bitte ich gerne um Berichtigung.

So genau wollte ich es eigentlich gar nicht wissen ;) . Ist bei mir auch viel zu lange her (über 45 Jahre) dass ich mich damit im Studium mal beschäftigen durfte. War danach aber auch nie in dem Metier tätig (d.h. null praktische Erfahrung).
Am HR sind die Bremsscheiben btw. nur mir M6 angeschraubt (vermutlich aber fest) ...

Ging mir ja nur um's Prinzip. Bzw. darum dass ich aufgepaßt habe (und nicht alles vergessen) ... :)

darf man Passschrauben durchaus auf Scherung belasten.

Ich hab ja auch "*i.d.R*" geschrieben. Auf jeden Fall nicht, dass (Paß)Schrauben nicht auf Scherung belastet werden *dürfen*. Nur gelten dafür halt andere Parameter, also afair primär Querschnitt und Materialparameter. Nicht zu vergessen die Kerbwirkung am Übergang vom Gewinde zum (dickeren) Paßteil (je nach Konstruktion, d.h. wenn der Übergang nicht in der Bohrung erfolgt).
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