Testbericht M1000 XR

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Testbericht M1000 XR

Beitragvon Daramcik » 13.03.2026, 07:33

Guten Morgen,

seit 2 Tagen fahre ich die neue M1000 XR. Es gibt viele Dinge die sie gut kann, und einige Dinge die weniger gut zu meiner neuen S1000R sind!

Fahrwerk und Handling: in engen Kurven sehr stabil. Kein "hineinfallen" ins Kurveninnere sondern sehr smooth! Die Carbonräder sind ein Gedicht, ich habe noch nie ein so großes Motorrad so leicht in Wechselkurven umgelegt! Weniger toll: ab 160kmh beginnt der Lenker zu pendeln. Offensichtlich hat die Front weniger Druck und wird leicht, könnte man mit anderen Fahrwerkssettings wohl lindern.

M-Bremse:
Brutal, brachial, präzise. So eine geile Bremse habe ich zuletzt an meiner R1 gehabt. Mit sehr wenig Handkraft bekommt man schon krass den Anker geworfen. Allerdings schaukelt die Fuhre leicht hinten auf wenn man härter bremst und fängt bei Hitze an leicht zu pfeiffen. Die Serienbremse meiner S1000R ist wirklich okay aber kein Vergleich zur M!

Motor: Lecko mio. Sehr viel Schmalz schon ab 4000rpm. Deutlich weniger Vibrationen als die der S1000R. KEIN Konstantfahrruckeln trotz großem Kettendurchhang. Auch klanglich hat sie dieses laute klackern meiner S bei 3500rpm NICHT (hört sich an wie wenn eine Schraube in der Verkleidung vibriert, nur exakt bei 3500rpm drüber und drunter nicht). Scheint so als würde der Motor doch etwas besser sein als die der S in Sachen Laufkultur. Die Leistung kann man auf der Straße kaum auf den Asphalt bringen. Bei meiner R1 mit 200ps hat auch öfters die TCS bei jedem Schaltvorgang geleuchtet. Es ist einfach absurd wie die M1000 XR einem die Arme lang zieht!

Komfort: Wer schonmal eine MT-10 gefahren ist, der wird sich sofort wohlfühlen! Es ist fast schon die gleiche Ergonomie wie bei der Yamse! Sehr gemütliche Sitzposition, dennoch ist das Fahren sehr direkt. BMW hat es geschafft, eine aufrechte Sitzposition gepaart mit direktem Lenkgefühl zu erschaffen. Früher hatte man das eine oder das andere. Hier büßt man NICHTS davon ein! Einzig der M-Sitz ist etwas hart.

Elektronik: Tut was es soll. Aber QS/Blipper ist echt grottig. Bei Halbgas ist der QS smooth, bei Volllast spürt man deutliche Lastwechsel bei der die Front kurz leicht eintaucht. 2026 kanns doch nicht so schwer sein sowas Butterweich zu schaffen? Meine XSR 900 aus 2025 kann das quasi bidirektional ohne Zugunterbrechung. Meine S kann das einen ticken besser als die XR, aber man erkennt schon die parallelen, beide könnten deutlich besser sein. Runterschalten mit dem Blipper ist auch hakelig, dass ich öfters die Kupplung benutze.

Verarbeitung / Haptik: BMW typisch nix außergewöhnliches, sehr solide. Wie gut die Verarbeitung ist kann man erst sagen wenn sie 2-3 Jahre auf dem Buckel hat.

An sich ein sehr schönes aber nicht perfektes Motorrad. Wenn ich sie benennen müsste, würde ich ihr den Namen "Cruise Missile" verpassen.

Was vergessen? Fragen?

Grüße
Daramcik
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Re: Testbericht M1000 XR

Beitragvon Duc-BMW » 13.03.2026, 10:03

Moin,
kann deinen interessanten Bericht in vielen Aspekten nachvollziehen, nur deine QS/Blipper-Einschätzung kann ich nicht verstehen.
Ok, ich fahre andere Vergleichsbikes als du (vornehmlich Duc´s), dein Vergleich hinsichtlich QS/Blipper mit japanischen Bikes mag stimmen, nur ich kann bis Gang 1 runterschalten und die Fuhre bleibt stabil. Der Schaltvorgang ist auch nicht rough. Und bei Hochschalten geht alles butterweich...Gas stehen lassen und durchreißen...nur endgeil!!
Auch eine bemerkten Lastwechsel-Reaktionen konnte ich bis dato nicht nachvollziehen...viel Spaß mit dem mega Koffer!!!
Ich fahre die MXR ca.8000km, seit letztem Sommer mit Wilbers-Fahrwerk und obwohl ich eher Duc-Fan bin, die MXR ist und bleibt outstanding!!!
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Re: Testbericht M1000 XR

Beitragvon HappyABG » 13.03.2026, 11:11

Daramcik hat geschrieben:Wenn ich sie benennen müsste, würde ich ihr den Namen "Cruise Missile" verpassen.

Danke für den Bericht! Zeigt (mir) wieder mal dass ich mit der M-R wohl alles richtig gemacht habe (M-XR ist mir zu groß/unhandlich) :D
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Re: Testbericht M1000 XR

Beitragvon RolandG » 13.03.2026, 16:20

@ Daramcik

Schöner Bericht ;-)

Zu FW und Handling:

Du musst dir nur mal vorstellen welch breite Palette die Motorräder im Originalzustand heutzutage abdecken müssen. (natürlich auch früher, aber da gab es bei weitem nicht diese Einstellungen) Der eine wiegt 70kg der andere 120kg, der eine fährt sehr sportlich mit der andere eher touristisch ect. bei allen soll das Bike aber perfekt und gleich gut funktionieren.

Die MXR ist kein "Gleiter" oder "Touringmotorrad", damit das FW perfekt funktioniert erfordert es erst einmal Hand anlegen. :roll: Die M ist ein absoluter Kurvenräuber, durch die Karbonräder gepaart mit Hypersportreifen kann das bei höherer Geschwindigkeit mal etwas unruhiger werden, (wobei da noch andere Faktoren eine Rolle spielen) hier liegt es aber ganz klar an der FW-Einstellung, da gibt es eine Menge zu verstellen, wenn es dann passt marschiert das Teil auch bis Anschlag perfekt. ;-)

M-Bremse:

Auch hier gibt es bestimmte Einstellungen, dass sie sich hinten aufschaukelt :shock: kann ich nicht nachvollziehen, bin mit dem Teil schon oft auf versch. Rennstrecken gefahren.

Motor:

Die Luci geht erst richtig ab, wenn man auch das komplette Drehzahlband ausnutzt. :D

Komfort:

Zustimmung, wobei eine weiche Bank da sicherlich fehl am Platz wäre

Elektronik:

QS funktioniert hoch wie runter bei meiner tadellos, selbst wenn man vor einer Spitzkehre öfters in ersten runter schaltet funktioniert das sehr gut. Lastwechsel kann auch durch falsche Kettenspannung entstehen. Das einzige was mir wirklich auf den Sack geht ist bei jedem (kalt-neu) Start die hohe Drehzahl, aber ansonsten ein wirklich geiles Bike. 8)

Verarbeitung:

Müsste ich hier Noten verteilen würde ich eine 2+ für geben. :roll:


Das perfekte Motorrad wird es nicht geben aber für mich ist die MXR hier schon sehr nahe dran. :)
Zuletzt geändert von RolandG am 13.03.2026, 18:04, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Testbericht M1000 XR

Beitragvon RolandG » 13.03.2026, 16:27

HappyABG hat geschrieben:
Daramcik hat geschrieben:Wenn ich sie benennen müsste, würde ich ihr den Namen "Cruise Missile" verpassen.

Danke für den Bericht! Zeigt (mir) wieder mal dass ich mit der M-R wohl alles richtig gemacht habe (M-XR ist mir zu groß/unhandlich) :D


Du hast für dich ja den richtigen Smile gesetzt, groß-wuchtiger im vgl. zur M1R ist sie aber unhandlich...... :?
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Re: Testbericht M1000 XR

Beitragvon Blacky » 13.03.2026, 17:44

RolandG hat geschrieben:
HappyABG hat geschrieben:
Daramcik hat geschrieben:Wenn ich sie benennen müsste, würde ich ihr den Namen "Cruise Missile" verpassen.

Danke für den Bericht! Zeigt (mir) wieder mal dass ich mit der M-R wohl alles richtig gemacht habe (M-XR ist mir zu groß/unhandlich) :D


Du hast für dich ja den richtigen Smile gesetzt, groß-wuchtiger im vgl. zur M1R ist sie aber unhandlich...... :?
Jammern auf hohem, nein, sehr hohem Niveau.
Ich habe die S1000R und, nachdem ich meine S-XR verkauft habe, nun die M1000XR. Die "R" reicht mir für eine kleine "Runde um den Pudding", für mehr aber def. nicht.
Ganz anders die M-XR... damit kann ich tagelang unterwegs sein und bekommen das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht.
Aber jeder wie er mag...
Gruß Roger

Grip ist wie Luft - beides vermißt man erst, wenn's zu spät ist.....
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Re: Testbericht M1000 XR

Beitragvon Daramcik » 13.03.2026, 21:15

Meiner Meinung nach haben die M-Varianten ihre Daseinsberechtigung.

Bei der Bremspumpe der normalen hätte BMW wenigstens die Radialbremspumpe bei den Serienbikes einbauen können. Finde die Handkraft beim Bremsen meiner S1000R schon hoch. Bei der M XR kann man 1-Finger-Stoppies machen.

Habe schon angefragt ob BMW die Bremspumpe auf die M-Variante upgraden kann wenn sie schon bei der Inspektion ist - ja aber dann erlischt die Garantie auf die komplette Bremsanlage (auch ABS).

Ansonsten ja, wo M drauf steht ist M drin und mit M ist das Fahrerlebnis schon ne Steigerung. Braucht man das? Jain, denn das Serienbike mit Dynamik-Paket kann schon sehr viel. Aber wenn Kohle über ist, dann gleich M-Variante.
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